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Wirtschaftsweise Jahresgutachten

13. November 2025 / Zukunft2

Perspektiven für morgen schaffen – Chancen nicht verspielen

Das neue Jahresgutachten des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Fokus

Deutschland steht in einer kritischen Phase: Die Wachstumsperspektiven bleiben gedämpft, die strukturellen Schwierigkeiten nicht überwunden. Im aktuellen Jahresgutachten mit dem Titel „Perspektiven für morgen schaffen – Chancen nicht verspielen“ zeichnet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) ein nüchternes Bild – und formuliert gleichzeitig konkrete Handlungsempfehlungen, die für Unternehmer, Investoren und Familienvermögende von hoher Relevanz sind.

In diesem Artikel analysieren wir die Kernpunkte dieses Gutachtens – Wachstumsperspektiven, Investitions‑ und Steuerpolitik, Vermögensaufbau und Erbschaftssteuer – aus der Perspektive von Entscheidern, strategischen Vermögensaufbau‑Interessierten und Unternehmern. Wir zeigen auf, was sich konkret ändern müsste, damit Deutschland nicht dauerhaft ins Hintertreffen gerät. Dabei sprechen wir Klartext: Es geht um Ihre Chancen und Risiken – um Ihr Vermögen, Ihre Firma und Ihre strategische Position.

1. Konjunktureller Befund: Nur moderates Wachstum

Der SVR konstatiert, dass Deutschland sich weiterhin in einer Schwächephase befindet: Für das Jahr 2025 erwartet der Rat ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 0,2 % gegenüber dem Vorjahr, für 2026 lediglich von rund 0,9 %.

Zur Einordnung: Diese Werte sind im historischen Vergleich niedrig und zeigen, dass Staat, Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr automatisch mit der Dynamik wachsen, die noch vor einer Dekade als gegeben galt. Die Gründe: Eine schwache Investitionstätigkeit der privaten Unternehmen, ein schwaches Exportumfeld sowie strukturelle Herausforderungen wie Bürokratie, Energie‑ und Fachkräftemangel.

Warum ist das relevant für Unternehmer und Vermögende?

  • Ein Wachstum von unter 1 % bedeutet kaum Spielraum für Produktivitäts‑ oder Kapitalrenditen über dem Trend. Wer in Innovationen und internationale Märkte investieren will, muss sich aktiv gegen den Trend stellen.
  • Die staatliche Handlungsmacht schrumpft – höhere Staatsquote, steigende Kosten und begrenzter Spielraum für fiskalische Impulse bedeuten, dass private Initiative wichtiger wird denn je.
  • Für Familien­vermögen und Unternehmensnachfolgen bedeutet das: Weniger Wachstum im Umfeld heißt, dass strategische Positionsvorteile (z. B. durch Digitalisierung, internationale Verflechtung, Innovation) einen höheren Wert haben als früher.

Deutschland befindet sich nicht in einer klassischen Boomphase, sondern in einem Zustand erhöhten Stillstandsrisikos. Wer daraus Kapital schlagen möchte, darf nicht auf das «Durchwursteln» vertrauen, sondern muss Chancen früh erkennen und strategisch handeln.

2. Sondervermögen Infrastruktur & Klimaneutralität: Chance oder Leuchtturm ohne Fundament?

Ein zentrales Element im Gutachten ist die kritische Analyse des im Bundestag vereinbarten Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK). Der Rat stellt klar: Wenn die Mittel dieses Sondervermögens nicht zusätzlich eingesetzt werden – also über das hinausgehen, was ohnehin geplant gewesen wäre – dann bleiben die wachstums­politischen Effekte überschaubar.

Wo liegt das Problem?

  • Weniger als 50 % der Mittel lassen sich als wirklich zusätzliche Investitionen klassifizieren. Damit entfallen die positiven Wachstums­effekte weitgehend, und gleichzeitig wächst die Staatsverschuldung stärker als bei einem strikt investitions­orientierten Ansatz.
  • Investitionen, die nur bestehende Ausgaben ersetzen (Umschichtungen) oder konsumtiv wirken, liefern kaum Produktivitäts­zuwächse – sie stabilisieren bestenfalls, treiben aber nicht klar voran.
  • Die gesetzlichen Vorgaben für Zusätzlichkeit und Nachholübertragung von Investitionen sind aus Sicht des Rats zu schwach. Es fehlen verbindliche Regeln für Länder, Fonds und den Bereich Verteidigung.
Wirtschaftsweise Jahresgutachten

Wirtschaftsweise Jahresgutachten

Was bedeutet das für Unternehmer und Investoren?

  • Infrastruktur‑ und Klimatransformations­programme können ein bedeutender Hebel für Wachstum und Wettbewerb sein – wenn sie richtig ausgestaltet werden. Wer frühengagiert ist, kann von dem beschleunigten Wandel profitieren (z. B. in Infrastruktur‑Services, Klima­technologien, Export von Anlagen).
  • Wer jedoch glaubt, dass allein durch staatliche Förderprogramme eine «Automatik des Wachstums» entsteht, riskiert Fehlinvestitionen oder falsche Erwartungen. Wichtig ist: Private Kapitalgeber und Unternehmer müssen selbst den Faktor produktiver Zusatzinvestitionen prüfen – also nicht nur Fördermittel, sondern echte Mehrwerte.
  • Für Unternehmens‑ und Vermögensnachfolge bedeutet das: Wo staatliche Investitionsimpulse gesetzt werden, entstehen oft neue Wertschöpfungsketten – hier ist eine strategische Positionierung lohnend.

Handlungsempfehlungen laut Gutachten

  • Gesetzlich verbindliche Anforderungen für Zusätzlichkeit: Investitionen müssen über das bisherige Planungsniveau hinausgehen.
  • Investitionsübertragungen: Nicht genutzte Mittel eines Jahres sollten ins nächste Jahr übertragbar sein – um Lücken zu schließen.
  • Infrastrukturausgaben langfristig wieder aus dem Kernhaushalt finanzieren – das Sondervermögen sollte eine Initialzündung sein, kein Dauerzustand.

Das Sondervermögen bietet Chance – aber keine Garantie. Entscheidend bleibt, ob die Mittel gezielt für produktive Investment‑Impulse verwendet werden. Unternehmer und Investoren sollten deshalb nicht nur auf Fördermittel setzen, sondern deren tatsächliche Wirkung prüfen.

3. Der europäische Binnen‑ und Kapitalmarkt: Ungeheutetes Wachstumspotenzial

Eine weitere zentrale Forderung des SVR betrifft die europäische Integration: Der Binnenmarkt der EU sowie der Kapitalmarkt sind laut dem Gutachten noch lange nicht ausgeschöpft – im Gegenteil: Sie bergen erhebliches Wachstumspotenzial.

Wo sind die Hemmnisse?

  • Handels‑, Dienstleistungs‑, Personen‑ und Kapitalverkehr innerhalb der EU werden weiterhin durch fragmentierte Regulierungen, unterschiedliche nationale Standards und Binnenmarkthürden behindert.
  • Der Verteidigungs­- und Sicherheitsbereich ist bislang ebenfalls stark national ausgerichtet – gemeinsame Beschaffung, industrielle Bündelung oder internationale Innovationsprogramme fehlen weitgehend.
  • Der Kapitalmarkt der EU ist verglichen mit den USA fragmentiert – mangelnde Integration, fehlende Skaleneffekte und nationale Eigenheiten hemmen langfristige Investitionen in Wachstum und Innovation.

Was heißt das konkret für Unternehmer und Vermögende?

  • Wer international agiert, kann von einer stärkeren europäischen Marktintegration profitieren – sei es durch Export, Joint Ventures oder Beteiligungen. Wer früh Zugang zu grenzüberschreitenden Netzwerken hat, verschafft sich Wettbewerbsvorteile.
  • Kapitalmärkte: Für private Investoren wird der Zugang zu europäischen Wachstumsunternehmen künftig wichtiger – Beteiligungen über Ländergrenzen hinweg, Venture‑Capital‑Engagements und Fondsstrukturen, die grenzübergreifend operieren, gewinnen an Bedeutung.
  • Sicherheits‑ und Verteidigungsindustrie: Wer in Zukunftstechnologien (z. B. Cyber, Drohnen, Raumfahrt, digitale Verteidigung) aufgestellt ist, hat Chancen auf bedeutende Skaleneffekte – gerade wenn europäische Programme stärker greifen.

Forderungen des Gutachtens

  • Harmonisierung von Vorschriften: Ein einheitlicheres Unternehmensrecht („28. Regime“) könnte die grenzüberschreitende Tätigkeit vereinfachen.
  • Gemeinsame europäische Beschaffung: Bündelung der Nachfrage nach Verteidigungs­gütern verschafft Skalenvorteile und stärkt Innovations­kapazität.
  • Ausbau des europäischen Kapitalmarkts: Zielbild ist ein effizienter, liquider Kapitalmarkt, der langfristige Investitionen mit europäischem Fokus ermöglicht.

Die europäische Dimension – Binnenmarkt und Kapitalmarkt – bleibt ein unterschätzter Hebel für Wachstum und Wettbewerb. Für strategische Anleger und Unternehmer heißt das: Nicht nur Deutschland im Blick haben, sondern Europa als zusammenhängenden Wirtschafts­raum verstehen.

4. Unternehmensbesteuerung und Investitionsanreize: Reformbedarf in Deutschland

Das Gutachten widmet sich ausführlich dem Thema Besteuerung von Unternehmen – ein Bereich, der für Entscheider zentral ist. Deutschland weist derzeit eine effektive Steuerbelastung von Unternehmen von etwa 28,5 % auf – im Vergleich zu anderen Industriestaaten relativ hoch.

Kurzfristige Maßnahme: Steuersenkung

Die jüngst beschlossene Senkung der Unternehmenssteuern bis zum Jahr 2032 schafft moderat positive Impulse für Investitionen und Wachstum.

Langfristige Weichenstellung: Neutralere Besteuerung

Der SVR empfiehlt, die Besteuerung von Eigen‑ und Fremdkapital gleichzustellen und in eine langfristig investitions­freundliche Steuerarchitektur zu überführen. Zwei zentrale Vorschläge:

  • Allowance for Corporate Equity (ACE): Ein Steuerabzug der kalkulatorischen Eigenkapitalkosten, um Eigenkapital­finanzierung gegenüber Fremdfinanzierung weniger benachteiligt zu behandeln.
  • Cash‑Flow‑Steuer mit Sofortabschreibung: Unternehmensgewinne werden erst nach direkter Rückflussbesteuerung erfasst, Investitionen sofort abgeschrieben – das schafft klare Anreize zu Wachstum und Innovation.

Bedeutung für Unternehmer und Investoren

  • Wer jetzt modernisiert, investiert oder übernimmt, sollte die steuerlichen Rahmenbedingungen aktiv in seine Entscheidung einbeziehen – denn eine Reform der Steuerarchitektur wäre ein nachhaltiger Game Changer.
  • Beteiligungsmodelle, Private‑Equity‑Strukturen oder Wachstumsfinanzierungen gewinnen an Bedeutung, wenn steuerliche Verzerrungen reduziert werden. Wer früh einsteigt, kann von künftigen Wettbewerbs­vorteilen profitieren.
  • Für Familienvermögen heißt das: Unternehmens‑ oder Beteiligungsstrukturen frühzeitig auf mögliche Steuer­reformen ausrichten – bei der Nachfolge, beim Börsengang, bei internationalen Beteiligungen.

Eine reine Senkung des Unternehmenssteuersatzes ist zwar sinnvoll, aber nicht ausreichend. Entscheidend ist eine strukturelle Reform, die Investitionen langfristig besser stellt – das könnte nachhaltige Wachstumsimpulse freisetzen.

5. Privater Vermögensaufbau & Erbschaftssteuer: Mehr Fairness, mehr Wachstum

Im Bereich des privaten Vermögensaufbaus und der Generationen­nachfolge macht der SVR zwei wichtige Punkte: Erstens muss der Aufbau von Vermögen und Beteiligung am Kapitalmarkt gestärkt werden. Zweitens fordert der Rat eine grundlegende Reform der Erbschaft‑ und Schenkungsteuer.

Vermögensaufbau stärken

  • Der Anteil privater Haushalte, die direkt oder indirekt am Kapitalmarkt beteiligt sind, ist in Deutschland vergleichsweise gering. Eine stärker diversifizierte Vermögensstruktur kann nicht nur einzelne Haushalte stärken, sondern gesamtwirtschaftlich Wachstum und Risiko­resilienz erhöhen.
  • Der Rat schlägt ein staatlich gefördertes Vorsorge‑Depot vor, das sowohl der Altersvorsorge als auch dem allgemeinen Vermögensaufbau dient – mit gezieltem Kapitalmarktzugang und Förderung.

Erbschafts‑ und Schenkungsteuer reformieren

  • Derzeit werden unterschiedliche Vermögensarten sehr unterschiedlich besteuert – insbesondere Betriebsvermögen werden erheblich steuerlich privilegiert. Das entkoppelt die Steuerbelastung vom Leistungsfähigkeits­prinzip und verzerrt Unternehmensnachfolge und Übernahmen.
  • Der Rat fordert, die Begünstigung von Betriebsvermögen deutlich einzuschränken, Verschonungsregelungen zu reduzieren und die Besteuerung stärker am Leistungs­fähigkeitsprinzip auszurichten. Gleichzeitig sollte die Liquiditätsbelastung für Unternehmen durch großzügige Stundung der Steuerlast gemildert werden.

Relevanz für Unternehmer und vermögende Familien

  • Wer eine Unternehmensnachfolge plant oder Beteiligungen über Generationen hinweg sichern will, sollte frühzeitig die steuerliche Umgebung prüfen – eine Reform könnte erhebliche Auswirkungen haben.
  • Beteiligungsstrukturen, Familienstiftungen, Holdingmodelle oder gemeinsame Gesellschaften sollten auf Szenarien vorbereitet werden – etwa mit Blick auf weniger Begünstigungen bei Betriebsvermögen oder stärkerer Gleich­behandlung aller Vermögensarten.
  • Der Vermögensaufbau über Kapitalmarktanlagen wird künftig wichtiger – nicht nur zur Altersvorsorge, sondern auch zur Wachstumsbeteiligung. Wer heute strategisch investiert, kann morgen von Wettbewerbsvorteilen profitieren.

Eine faire und leistungsfähigkeitsorientierte Besteuerung sowie eine breite Beteiligung am Kapitalmarkt sind nicht nur sozialpolitisch sinnvoll, sondern wirtschafts‑ und wachstums­politisch entscheidend. Für Unternehmer und Familienvermögen heißt das: jetzt die Weichen stellen.

6. Fokusthemen für 2025/26 – Wo sich Chancen verbergen

Basierend auf den Analysen des Gutachtens lassen sich drei Handlungsfelder identifizieren, bei denen jetzt strategischer Vorsprung möglich ist:

a) Innovations‑ und Produktivitätsmotor

Die Produktivität in Deutschland stagniert zu stark – hier liegt der zentrale Hebel für nachhaltiges Wachstum. Der SVR betont, dass Innovationen, Digitalisierung, moderne Infrastruktur und effizientere Arbeitsprozesse entscheidend sind.

Für Unternehmen:

  • Frühzeitig in Digitalisierung, Automatisierung, KI‑Technologien investieren.
  • Geschäftsmodelle international ausrichten und Auslandsmärkte erschließen.
  • Kooperationsnetzwerke und externe Innovationspartner nutzen.

Für Vermögende:

  • Beteiligungen an wachstumsstarken Technologiefirmen prüfen – national wie international.
  • Private Equity, Venture Capital und alternative Investments ins Blickfeld nehmen als Wachstumshebel.

b) Infrastruktur & Transformation als Investmentthema

Die bevorstehenden Milliarden für Infrastruktur, Klimaneutralität, Energie‑ und Mobilitätswende schaffen eine Welle neuer Investitionschancen. Voraussetzung: Es handelt sich um zusätzliche Investitionen, nicht bloße Umschichtungen.

Chancen:

  • Infrastruktur‑Services und Betreiber (z. B. Breitband, Elektro‑Ladeinfrastruktur, Smart Cities).
  • Klimaneutrale Technologien (Wasserstoff, Speicher, Kreislaufwirtschaft).
  • Nachfolge‑ oder Beteiligungsmodelle in Firmen, die von der Transformation profitieren.

c) Steuer‑ und Vermögensstrukturstrategien

Die mög­liche Steuerreform, insbesondere bei Unternehmens­besteuerung und Erbschafts‑/Schenkungssteuer, verlangt strategisches Timing und frühzeitige Planung. Wer sich heute ohne Flexibilität positioniert, riskiert Nachteile morgen.

Handlungsempfehlungen:

  • Bestehende Unternehmens‑ oder Beteiligungsstrukturen prüfen: Ist die Rechtsform zukunftsfähig? Sind Investitionsanreize ausreichend genutzt?
  • Nachfolge‑ und Vermögensübergabe‑Pläne aufsetzen, idealerweise mit Blick auf mögliche Reformen.
  • Private Vermögensaufbauprogramme aktiv nutzen – nicht nur für Altersvorsorge, sondern als aktives Wachstumskonzept.

7. Risiken nicht übersehen: Warum Handeln nötig ist

Das Gutachten warnt nicht nur vor stagnierendem Wachstum, sondern zeigt zugleich die Risiken auf, wenn jetzt nicht gehandelt wird:

  • Dauerhaft niedriges Wachstum reduziert Staatsspielräume – höhere Belastung durch Abgaben, geringere Investitionsfähigkeit des Staates.
  • Deutschland kann im internationalen Wettbewerb an Boden verlieren – etwa gegenüber USA, China oder dynamischen EU‑Partnern.
  • Unternehmensnachfolgen und Vermögensübergaben könnten steuerlich und strukturell benachteiligt werden, wenn Reformen ungünstig kommen.
  • Wer frühzeitig nicht in Innovation und Transformation investiert, begibt sich in die Nachhut – statt nach vorne.

Für Unternehmer und vermögende Privatpersonen heißt das: Nicht abwarten, sondern proaktiv handeln. Wer lediglich auf Stabilität setzt, riskiert, im Mittelmaß zu verharren. Wer hingegen die Impulse erkennt und nutzt, kann Führung übernehmen.

8. Handlungskatalog für Entscheider und Vermögende

Sofortmaßnahmen (innerhalb der nächsten 12 Monate)

  • Strukturcheck der Firma: Ist Ihre Unternehmensform zukunftsfähig? Nutzen Sie Investitions­anreize (Sofortabschreibungen, Digitalisierungs­bonus)?
  • Vermögensaufbau‑Strategie: Prüfen Sie Ihre Beteiligungen und Kapitalmarkt­engagements – wie breit gestreut sind sie? Gibt es Zugang zu internationalen Wachstums­märkten?
  • Nachfolge & Vermögensübergabe: Setzen Sie frühzeitig eine professionelle Planung auf. Berücksichtigen Sie mögliche Reformen bei der Erbschaftssteuer.
  • Infrastruktur‑ und Transformations­potenziale evaluieren: Welche Märkte entstehen in Ihrer Branche durch Klimaneutralität, Digitalisierung, erneuerbare Energie?

Mittelfristige Maßnahmen (12–36 Monate)

  • Unternehmensinvestitionen intensivieren: Investieren Sie in Produktivität, Digitalisierung, Automatisierung. Setzen Sie gezielt auf Innovation und Export.
  • Explorieren Sie europäische Märkte: Nutzen Sie die Chancen eines stärker integrierten Binnen‑ und Kapitalmarktes. Internationale Partnerschaften und Beteiligungen eröffnen Wachstumsspielräume.
  • Steuerliche Gestaltung proaktiv angehen: Entwickeln Sie Szenarien für mögliche Steuerreformen: Was passiert bei einer Umstellung auf ACE oder Cash‑Flow‑Steuer? Wie wirkt sich eine Erbschafts­steuer‑Reform für Ihre Vermögensstruktur aus?

Langfristige Maßnahmen (über 3 Jahre hinaus)

  • Wachstumsorientierte Vermögensallokation: Verankern Sie Beteiligungsmodelle im Portfolio, die nicht nur auf Werterhalt, sondern auf aktives Wachstum ausgerichtet sind.
  • Unternehmensnachfolge strategisch sichern: Die Struktur von Unternehmen und Familienvermögen sollte so gestaltet sein, dass sie auch bei Reformen robust bleibt und weiterhin Wachstum generieren kann.
  • Governance und Innovation für Familie & Unternehmen stärken: Einrichtung von Familien‑Stiftungsstrukturen, Beteiligungsgesellschaften oder unabhängigen Beiräten kann helfen, strategisch orientiert zu bleiben.

9. Deutschland‑Chance nutzen – bevor andere es tun

Das Gutachten „Perspektiven für morgen schaffen – Chancen nicht verspielen“ des Sachverständigenrats liefert nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern eine Weckruf für Politik, Wirtschaft und Vermögende gleichermaßen. Es zeigt auf: Deutschland hat Wachstums‑ und Innovationspotenziale – aber nur wenn diese gezielt genutzt werden. Die Gefahr besteht, dass vorhandene Chancen durch unzureichende Investitionen, starre Strukturen oder steuerliche Untätigkeit verspielt werden.

Für Unternehmer, Investoren und Familienvermögende heißt das: Handeln Sie jetzt – strategisch, langfristig und mit Blick auf die завтра‑Perspektive. Setzen Sie nicht auf die „oben drauf kommen wir schon“-Mentalität, sondern auf vorbeugende Gestaltung und aktives Wachstum. Denn: Wer sich heute richtig positioniert, sichert nicht nur seine unternehmerische Zukunft – sondern beteiligt sich am Wachstum von morgen.

Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung Ihrer strategischen Vermögens‑, Unternehmens‑ oder Nachfolgeplanung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Jetzt ist die Zeit, die Weichen zu stellen – damit Ihre Perspektiven für morgen real werden.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Bei spezifischen Fragestellungen zur Steuer‑, Investitions‑ oder Nachfolgeplanung empfehlen wir eine fachkundige Begleitung durch unsere Spezialisten.