Vietnam zieht 34,65 Milliarden Dollar an
Vietnam zieht 34,65 Milliarden Dollar an – internationale Investoren setzen auf den Produktionsstandort
Von Dr. Joachim Schmitz
Vietnam hat im ersten Halbjahr 2026 ausländische Direktinvestitionen im Umfang von 34,65 Milliarden US-Dollar registriert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 61 Prozent.
Die Zahl ist weit mehr als eine positive Wirtschaftsmeldung. Sie zeigt, dass internationale Unternehmen Vietnam zunehmend als dauerhaften Produktions-, Beschaffungs- und Absatzstandort betrachten. Das Land entwickelt sich von einer kostengünstigen Alternative zu China zu einem eigenständigen industriellen Zentrum innerhalb Asiens.
Für Unternehmer und Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellt sich deshalb nicht mehr nur die Frage, ob Vietnam interessant sein könnte. Entscheidend ist vielmehr, mit welchem Geschäftsmodell, an welchem Standort und mit welcher rechtlichen Struktur der Markteintritt erfolgen sollte.
Redaktionsstand: 3. August 2026 – Von Dr. Joachim Schmitz
Die Entwicklung hat sich inzwischen fortgesetzt: In den ersten sieben Monaten 2026 stieg das registrierte Investitionsvolumen auf 38,06 Milliarden US-Dollar. Die tatsächlich realisierten ausländischen Direktinvestitionen erreichten bis Ende Juli 15,2 Milliarden US-Dollar.
Was bedeuten die 34,65 Milliarden US-Dollar tatsächlich?
Der Begriff „angezogene Investitionen“ darf nicht mit bereits vollständig überwiesenem und verbautem Kapital gleichgesetzt werden.
Die 34,65 Milliarden US-Dollar umfassen drei unterschiedliche Formen ausländischer Investitionen:
- 17,39 Milliarden US-Dollar neu registriertes Kapital,
- 11,04 Milliarden US-Dollar zusätzliches Kapital für bestehende Projekte,
- 6,22 Milliarden US-Dollar für Beteiligungen und den Erwerb von Unternehmensanteilen.
Tatsächlich realisiert wurden im ersten Halbjahr 13,03 Milliarden US-Dollar. Das waren 11,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und zugleich der höchste Halbjahreswert der vergangenen fünf Jahre.
Die Differenz zwischen registriertem und realisiertem Kapital ist grundsätzlich kein Widerspruch. Große Fabriken, Industrieanlagen und Infrastrukturprojekte werden über mehrere Jahre hinweg geplant, genehmigt, finanziert und errichtet. Ein Teil des heute registrierten Kapitals wird daher erst in späteren Quartalen oder Jahren tatsächlich eingesetzt.
Trotzdem sollten Investoren beide Zahlen getrennt betrachten:
Das registrierte Kapital zeigt das Vertrauen und die Investitionsabsicht.
Das realisierte Kapital zeigt, wie viel wirtschaftliche Substanz tatsächlich entstanden ist.
Vietnam gewinnt nicht nur mehr, sondern größere Projekte
Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung der neu genehmigten Investitionsprojekte.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden 2.013 neue Projekte registriert. Ihre Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr lediglich um 1,3 Prozent. Das damit verbundene Kapital erhöhte sich jedoch um 87,2 Prozent auf 17,39 Milliarden US-Dollar.
Damit ist das durchschnittliche registrierte Volumen eines neuen Projekts rechnerisch von rund 4,7 Millionen auf etwa 8,6 Millionen US-Dollar gestiegen.
Das deutet auf eine qualitative Veränderung hin: Vietnam erhält nicht einfach nur mehr kleinere Niederlassungen, Vertriebsbüros oder ausgelagerte Arbeitsschritte. Internationale Unternehmen verpflichten sich zunehmend zu größeren Produktionsanlagen, umfangreicheren Erweiterungen und langfristigeren Investitionen.
Auch die zusätzlichen 11,04 Milliarden US-Dollar für bereits vorhandene Projekte sind strategisch bedeutsam. Unternehmen, die Vietnam bereits aus der praktischen Geschäftstätigkeit kennen, investieren weiter. Solche Erweiterungsinvestitionen sind häufig ein stärkeres Vertrauenssignal als die erstmalige Registrierung eines neuen Projekts.
Produktion und Verarbeitung dominieren die Investitionen
Der wichtigste Empfänger des ausländischen Kapitals bleibt die verarbeitende Industrie.
Von den neu registrierten Investitionen entfielen 10,76 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 61,9 Prozent auf Produktion und Verarbeitung.
Werden neue und erweiterte Projekte gemeinsam betrachtet, kamen in diesem Bereich 17,91 Milliarden US-Dollar zusammen. Das entsprach rund 63 Prozent des entsprechenden Investitionsvolumens.
Noch deutlicher fällt das Verhältnis beim tatsächlich realisierten Kapital aus: Von den 13,03 Milliarden US-Dollar entfielen 10,76 Milliarden US-Dollar auf Produktion und Verarbeitung. Damit wurden rund 82,6 Prozent des tatsächlich eingesetzten FDI-Kapitals in diesem Bereich umgesetzt.
Vietnam wird damit vor allem als industrieller Standort ausgebaut. Im Mittelpunkt stehen nicht lediglich Finanzbeteiligungen oder kurzfristige Kapitalanlagen, sondern Fabriken, Maschinen, Produktionslinien, Logistikstrukturen und Zuliefernetzwerke.
Für deutsche Unternehmen ergeben sich daraus Chancen in Bereichen wie:
- Maschinen- und Anlagenbau,
- Automatisierung und Robotik,
- industrielle Software,
- Energieeffizienz und Betriebstechnik,
- Elektronik und Präzisionsfertigung,
- Verpackungs- und Lebensmitteltechnik,
- Qualitätsprüfung und Zertifizierung,
- Logistik, Lagerung und Kühlketten,
- Wartung, Reparatur und technische Dienstleistungen.
Die wachsende Produktion ausländischer Konzerne erzeugt gleichzeitig eine Nachfrage nach lokalen Lieferanten, spezialisierten Dienstleistern und qualifiziertem Management.
Immobilien bleiben ein bedeutender Investitionsbereich
Nach der verarbeitenden Industrie stand der Immobiliensektor an zweiter Stelle. Auf ihn entfielen bei den neuen und erweiterten Projekten rund 5,1 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 17,9 Prozent.
Das betrifft vor allem größere Entwicklungen wie Industrieparks, Logistikflächen, Gewerbeimmobilien, Wohnanlagen und städtische Infrastruktur.
Private Investoren sollten daraus jedoch nicht automatisch ableiten, dass jede Wohnung oder jedes Grundstück in Vietnam eine sichere Kapitalanlage darstellt. Institutionelle FDI-Projekte und private Immobilienkäufe unterscheiden sich erheblich hinsichtlich:
- Eigentums- und Nutzungsrechten,
- Laufzeiten,
- Genehmigungen,
- Erwerbsbeschränkungen,
- Projektentwicklerrisiken,
- Vermietbarkeit,
- Liquidität beim späteren Verkauf.
Gerade bei Immobilieninvestitionen muss geprüft werden, welches Recht tatsächlich erworben wird, wie lange es besteht, ob das Projekt vollständig genehmigt ist und unter welchen Voraussetzungen ein späterer Verkauf oder eine Übertragung möglich ist.
Asiatische Investoren bestimmen bislang das Geschehen
Bei den neu registrierten Projekten war Singapur im ersten Halbjahr 2026 mit 7,31 Milliarden US-Dollar der größte Kapitalgeber. Das entsprach 42,1 Prozent des neu registrierten Investitionsvolumens.
Dahinter folgten:
- Südkorea mit 5,45 Milliarden US-Dollar,
- Japan mit 1,2 Milliarden US-Dollar,
- China mit 977 Millionen US-Dollar.
Die Rangliste wird damit deutlich von asiatischen Investoren geprägt. Unternehmen aus Singapur, Südkorea, Japan und China bauen ihre Produktions- und Lieferketten in Vietnam konsequent aus.
Bei der Interpretation ist allerdings zu beachten, dass die statistische Herkunft einer Investition nicht immer mit dem endgültigen wirtschaftlichen Eigentümer übereinstimmt. Internationale Konzerne investieren teilweise über regionale Holdinggesellschaften, insbesondere über Singapur oder Hongkong.
Für Unternehmen aus dem DACH-Raum ist die starke asiatische Präsenz sowohl Chance als auch Warnsignal.
Die Chance besteht darin, als Maschinenlieferant, Technologiepartner, Qualitätsanbieter oder spezialisierter Zulieferer in entstehende Produktionsnetzwerke einzutreten.
Die Warnung besteht darin, dass attraktive Industrieflächen, erfahrene Führungskräfte, qualifizierte Fachkräfte und zuverlässige lokale Partner nicht unbegrenzt verfügbar sind.
China-plus-one wird zur praktischen Unternehmensstrategie
Viele internationale Unternehmen wollen China nicht vollständig verlassen. Sie möchten jedoch vermeiden, dass ihre gesamte Produktion von einem einzigen Land, einer politischen Entscheidung oder einem Handelskonflikt abhängt.
Vietnam profitiert deshalb von der sogenannten China-plus-one-Strategie.
Dabei bleibt China häufig ein wichtiger Produktions- und Beschaffungsstandort. Gleichzeitig wird mindestens ein weiterer Standort in Asien aufgebaut. Vietnam eignet sich dafür aufgrund seiner geografischen Nähe zu chinesischen Lieferketten, seiner industriellen Entwicklung und seines Zugangs zu internationalen Absatzmärkten.
Für Unternehmen bedeutet China-plus-one jedoch mehr als die Verlagerung einer einzelnen Maschine.
Eine belastbare Standortdiversifikation erfordert unter anderem:
- alternative Lieferanten,
- eigene Qualitätskontrollen,
- gesicherte Transportwege,
- getrennte IT- und Datenstrukturen,
- lokale Managementkompetenz,
- rechtlich belastbare Verträge,
- ausreichende Finanzierung während der Anlaufphase.
Eine nominelle Gesellschaft ohne eigene operative Fähigkeiten schafft noch keine unabhängige Lieferkette.
Das Handelsabkommen mit der EU verbessert den Marktzugang
Für Unternehmen aus der Europäischen Union ist das EU-Vietnam-Freihandelsabkommen ein wichtiger Standortfaktor.
Das Abkommen ist seit dem 1. August 2020 in Kraft und sieht die schrittweise Abschaffung von 99 Prozent der Zölle vor. Darüber hinaus sollen regulatorische Hindernisse reduziert und der Zugang zu Dienstleistungen, öffentlichen Beschaffungen und verschiedenen Investitionsbereichen verbessert werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes in Vietnam hergestellte Produkt automatisch zollfrei in die Europäische Union eingeführt werden kann.
Entscheidend sind unter anderem:
- die konkrete Warennummer,
- die geltenden Übergangsfristen,
- die Ursprungsregeln,
- der Anteil lokaler oder zulässiger Vormaterialien,
- die erforderlichen Ursprungsnachweise,
- europäische Produkt- und Sicherheitsvorschriften.
Wer lediglich chinesische Waren über Vietnam weiterleitet oder dort nur geringfügig bearbeitet, schafft dadurch nicht automatisch einen vietnamesischen Warenursprung.
Unternehmen müssen ihre Lieferkette deshalb bereits vor der Produktionsaufnahme so planen, dass Ursprungsregeln und Dokumentationspflichten eingehalten werden können.
Vietnam will künftig nicht nur mehr, sondern besseres Kapital
Die vietnamesische Regierung verfolgt für den Zeitraum bis 2030 ehrgeizige Ziele.
Vietnam möchte zwischen 2026 und 2030 insgesamt 200 bis 300 Milliarden US-Dollar neues ausländisches Investitionskapital registrieren. Davon sollen 150 bis 200 Milliarden US-Dollar tatsächlich realisiert werden.
Gleichzeitig soll sich die Qualität der Investitionen erhöhen. Vorgesehen ist unter anderem, dass 75 Prozent des neu registrierten Kapitals aus entwickelten Volkswirtschaften mit hoher Technologie-, Finanz- und Managementkompetenz stammen.
Darüber hinaus soll der lokale Wertschöpfungsanteil in wichtigen Produktionsbranchen auf 40 bis 50 Prozent steigen. Rund 10.000 vietnamesische Unternehmen sollen in die Lieferketten ausländisch investierter Unternehmen integriert werden.
Für deutsche Mittelständler eröffnet dies Chancen.
Vietnam benötigt nicht nur weitere Endproduktfabriken. Das Land benötigt ebenso:
- industrielle Zulieferer,
- Fertigungstechnologien,
- Qualitätsmanagement,
- berufliche Ausbildung,
- Energie- und Umwelttechnik,
- Forschung und Entwicklung,
- Produktionsplanung,
- moderne Unternehmensführung.
Die deutsche Industrie kann gerade dort einen Beitrag leisten, wo Vietnam von reiner Montage zu höherer lokaler Wertschöpfung wechseln möchte.
Ausländische Unternehmen tragen einen großen Teil der Exporte
Wie bedeutend ausländische Investoren bereits heute sind, zeigt der Außenhandel.
Im ersten Halbjahr 2026 entfielen knapp 80 Prozent der vietnamesischen Warenexporte auf Unternehmen mit ausländischer Beteiligung.
Vietnam verdankt einen erheblichen Teil seines Exporterfolgs internationalen Konzernen. Gleichzeitig entsteht daraus eine strukturelle Abhängigkeit: Viele Vorprodukte, Maschinen, elektronische Komponenten und Rohstoffe müssen weiterhin importiert werden.
Der Aufbau einer eigenen Fabrik in Vietnam bedeutet daher nicht automatisch, dass alle notwendigen Lieferanten bereits vor Ort vorhanden sind.
Vor einer Investition müssen Unternehmen prüfen:
- Welche Komponenten können lokal bezogen werden?
- Welche Teile müssen weiterhin aus China, Europa oder anderen Ländern importiert werden?
- Welche Zoll- und Transportkosten entstehen?
- Wie hoch muss der Sicherheitsbestand sein?
- Welche Lieferanten erfüllen europäische Qualitätsanforderungen?
- Wie schnell können alternative Bezugsquellen aufgebaut werden?
Die Qualität des lokalen Lieferantennetzwerks kann für den wirtschaftlichen Erfolg wichtiger sein als ein niedriger nomineller Arbeitslohn.
Welche Markteintrittsmodelle kommen infrage?
Nicht jedes Unternehmen benötigt sofort eine eigene Produktionsgesellschaft.
Je nach Zielsetzung können unterschiedliche Modelle sinnvoll sein:
Vertrieb und Repräsentanz: Geeignet, um Markt, Kunden und Geschäftspartner kennenzulernen, bevor größere Investitionen erfolgen.
Beschaffungs- und Qualitätsbüro: Sinnvoll für Unternehmen, die bereits in Vietnam einkaufen, aber Lieferanten, Qualitätsprüfung und Logistik stärker kontrollieren möchten.
Auftragsfertigung: Produktion durch einen vietnamesischen oder internationalen Vertragspartner, ohne sofort eine eigene Fabrik aufzubauen.
Joint Venture: Zusammenarbeit mit einem lokalen Unternehmen, das Marktkenntnis, Grundstücksnutzungsrechte, Kundenkontakte oder Genehmigungserfahrung einbringt.
Eigene Tochtergesellschaft: Aufbau einer kontrollierten operativen Struktur für Vertrieb, Dienstleistungen oder Produktion.
Unternehmenskauf oder Beteiligung: Erwerb eines bestehenden Betriebs mit Mitarbeitern, Kunden, Genehmigungen und Produktionskapazitäten.
Eigener Produktionsstandort: Höchste Kontrolle, aber zugleich größte Kapitalbindung, längste Anlaufzeit und umfangreichste rechtliche sowie operative Verantwortung.
Die richtige Reihenfolge besteht häufig darin, zunächst Kunden, Lieferanten und Prozesse zu testen und erst anschließend eine kapitalintensive Struktur aufzubauen.
Die größten Risiken eines vorschnellen Markteintritts
Der Investitionsboom darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Vietnam ein anspruchsvoller Markt bleibt.
Besonders sorgfältig geprüft werden sollten:
- zulässige ausländische Beteiligungsquoten,
- notwendige Investitions- und Unternehmensgenehmigungen,
- Grundstücks- und Gebäudenutzungsrechte,
- Laufzeiten von Miet- und Industrieparkverträgen,
- Strom-, Wasser- und Abwasserkapazitäten,
- steuerliche Förderungen und deren Voraussetzungen,
- Verrechnungspreise und konzerninterne Leistungen,
- Devisentransfers und Gewinnausschüttungen,
- Arbeitsrecht und Personalgewinnung,
- lokale Geschäftspartner und wirtschaftlich Berechtigte,
- Schutz von Marken, Konstruktionen und Produktionswissen,
- Herkunftsregeln bei Exporten,
- mögliche Ausstiegs- und Verkaufsstrategien.
Ein niedriger Mietpreis oder eine attraktive Steuervergünstigung darf niemals isoliert betrachtet werden.
Eine Fabrik ist wirtschaftlich wenig wert, wenn sie nicht ausreichend mit Strom versorgt werden kann, keine qualifizierten Mitarbeiter findet, von einem einzigen Lieferanten abhängig ist oder ihre Waren nicht zu den erwarteten Konditionen exportieren kann.
Was die Entwicklung für deutsche Unternehmer bedeutet
Die 34,65 Milliarden US-Dollar sind vor allem ein Signal für den steigenden internationalen Wettbewerb um den Standort Vietnam.
Deutsche Unternehmen können von dieser Entwicklung auf drei Arten profitieren:
Erstens können sie Vietnam als zusätzlichen Produktions- oder Beschaffungsstandort nutzen und dadurch ihre Abhängigkeit von einzelnen Ländern reduzieren.
Zweitens können sie die wachsenden ausländischen Fabriken mit Maschinen, Technologie, Komponenten und Dienstleistungen beliefern.
Drittens können sie am wachsenden vietnamesischen Binnenmarkt teilnehmen und Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle lokal anbieten.
Entscheidend ist, Vietnam nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt niedriger Kosten zu betrachten. Löhne, Mieten und Grundstückspreise können steigen, sobald die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern und geeigneten Standorten zunimmt.
Der langfristige Vorteil liegt deshalb nicht allein im Preis. Er liegt in der Kombination aus industrieller Dynamik, internationalem Marktzugang, wachsendem Lieferantennetzwerk und strategischer Standortdiversifikation.
Vietnam wird zu einem strategischen Wirtschaftsstandort
Vietnam hat im ersten Halbjahr 2026 nicht einfach nur 34,65 Milliarden US-Dollar an Investitionszusagen erhalten.
Die Zusammensetzung des Kapitals zeigt, dass neue größere Projekte entstehen, bestehende Unternehmen ihre Aktivitäten ausweiten und internationale Investoren gezielt Beteiligungen erwerben.
Die verarbeitende Industrie steht dabei klar im Mittelpunkt. Vietnam entwickelt sich zunehmend zu einem wesentlichen Produktionsstandort für internationale Lieferketten.
Mit inzwischen 38,06 Milliarden US-Dollar registriertem Kapital in den ersten sieben Monaten 2026 setzt sich der Trend fort.
Für Unternehmer aus dem DACH-Raum ist Vietnam damit weder ein kurzfristiger Geheimtipp noch ein unkomplizierter Ersatz für China. Das Land ist eine ernst zu nehmende strategische Option, die sorgfältige Vorbereitung, lokale Prüfung und eine langfristig tragfähige Struktur erfordert.
Wer den Markteintritt professionell vorbereitet, kann sich Zugang zu einem der dynamischsten Wirtschaftsstandorte Asiens verschaffen. Wer dagegen lediglich einer positiven Schlagzeile folgt, riskiert Fehlentscheidungen bei Standort, Partnern, Genehmigungen und Kapitalbindung.
Beratung und Begleitung beim Markteintritt in Vietnam
Zukunft2.com begleitet Unternehmer und Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Vietnam-Strategie.
Dazu gehören insbesondere die Prüfung des geeigneten Markteintrittsmodells, Firmengründung, Standort- und Partnersuche, Produktionsverlagerung, Aufbau von Beschaffungsstrukturen sowie die strategische Prüfung von Unternehmens- und Immobilieninvestitionen.
Das Ziel besteht nicht darin, lediglich eine Gesellschaft zu registrieren. Es geht darum, eine wirtschaftlich tragfähige Struktur aufzubauen, die zum Geschäftsmodell, zum Kapitalbedarf und zur langfristigen internationalen Strategie des Unternehmers passt.
Quellen
National Statistics Office of Vietnam: Bericht zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2026; offizielle Angaben zu registrierten und realisierten Direktinvestitionen sowie zur Bedeutung des FDI-Sektors für Vietnams Außenhandel. (Nso)
VnEconomy: Aufschlüsselung der ausländischen Direktinvestitionen im ersten Halbjahr 2026 nach neuen Projekten, Kapitalvolumen und Herkunftsländern. (VnEconomy)
VietNamNet/Vietnam News Agency: Angaben zu Erweiterungsinvestitionen, Beteiligungskäufen, Branchenverteilung und tatsächlich realisiertem Investitionskapital. (VietNamNet News)
VnEconomy: Aktualisierte FDI-Daten für die ersten sieben Monate 2026 mit 38,06 Milliarden US-Dollar registriertem und 15,2 Milliarden US-Dollar realisiertem Kapital. (VnEconomy)
Regierungsportal Vietnams: Ziele der Resolution Nr. 10 zur Anwerbung von 200 bis 300 Milliarden US-Dollar FDI bis 2030, zur Erhöhung der lokalen Wertschöpfung und zur Einbindung vietnamesischer Zulieferer. (en.baochinhphu.vn)
Europäische Kommission: Informationen zum EU-Vietnam-Freihandelsabkommen, zum schrittweisen Abbau von 99 Prozent der Zölle und zum verbesserten Marktzugang. (Trade and Economic Security)


